11. Januar 2007 von ignorant
Grant Lee Buffalo waren für mich (von den Verkaufszahlen abgesehen) die Guns N’ Roses des Country-Rock: ein überspannter, greinender Sänger, der vor einer holzschnittartigen Band agierte. Auf nineteeneighties scheint das Verkniffene, Hysterische in Phillips’ Stimme dankenswerterweise nur selten durch, und es wird im Vergleich geradezu locker musiziert.
Grant-Lee Philips covert die Indie-Disco der 80er (New Order, Joy Division, Bunnymen, Cure, Pixies, Church, Psychedelic Furs, Smiths, Nick Cave, R.E.M.) im Stile der 90er, genauer: von Automatic For the People. Da bekommt »So. Central Rain« sogar den Anfang von »Drive« verpasst. Herbstlich und ironiefrei ist der Vortrag, am Song ausgerichtet: Mal bleibt man recht nah am Original (»Killing Moon«, das in die Nähe der Version auf Life at Brians rückt), was dann nicht so aufregend ist; mal entsteht etwas doch sehr Anderes (wie bei »Age of Consent«). Dank der stilistischen und klanglichen Blaupause ist das Album erstaunlich homogen. Sehr schön, sehr traurig, und zum Glück nie augenzwinkernd, schlaumeiernd oder nostalgisch.
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10. Januar 2007 von ignorant
Bei Musik aus Kanada höre ich traditionell gern zweimal hin. Aber auch nach drei Anläufen vernehme ich hier nichts anderes als den – leider geglückten – Versuch, Viva Hate und irgendwas von den Psychedelic Furs nachzubauen.
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8. Januar 2007 von ignorant
Die LPs die Radiohead seit einschließlich OK Computer veröffentlicht hat, sind in meinen Ohren Dokumente koksinduzierter Paranoia. Da ich nicht in einer Werbeagentur oder bei einer Musikzeitschrift arbeite, regt sich da bei mir nicht viel. Und falls auch Sie nicht diesem Personenkreis verbunden sind oder sein möchten: Nein, Sie müssen The Eraser nicht hören. Kann man nämlich auch nicht.
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2. Dezember 2006 von ignorant
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2. Dezember 2006 von ignorant
Ich bin nach Köln mit der Erwartung gefahren, dass das Konzert entweder grandios oder grottig wird. Doch meine Erwartungen wurden enttäuscht: Es war durchwachsen. Und vor allem zu laut. Erstaunlicherweise klingt das Audience-Tape viel besser, als sich das vor Ort angehört hat. (Schon doll, dass man sich das nur ein paar Tage, nachdem man selbst da war, wieder anhören kann. Obwohl: Die Kassettenhöker auf dem Camden-Lock-Market waren vor zwanzig Jahren auch nicht langsamer.) Bis „Dear Chicago“ war es eigentlich ein großer Abend. Das Doppelpack „Blue Hotel“/“Goodnight Rose“ produziert noch immer eine Gänsehaut bei mir. Danach war die Luft raus. Die Songabfolge wurde gegen Ende ziemlich wurschtig und der etwas abrupte Schluss war eine Antiklimax.
Der Set war insgesamt überraschungsfrei. Wäre ich zehn Tage später in München dabei gewesen, hätte ich mir bei den ersten Tönen von „China Cat Sunflower“ sicher in die Hose gemacht. Sei’s drum – so hatte ich nur steife Knie vom Stehen und auf dem linken Ohr zwei Tage Tinnitus.
* * *
Die Cardinals sind nach dem Ausstieg von Cathrine Popper eine reine Jungsveranstaltung geworden, und entsprechend ungewaschen und rabaukenhaft ging es auf der Europa-Tour teilweise auch zu. Gleichzeitig hat die Band eine Spielfreude entwickelt, die so im letzten Sommer noch nicht abzusehen war (Satzgesang, Gniedeln, Faxenmachen!).
Ich habe Bedhead 5 noch immer nicht ganz verdaut (den Livesampler für 2005), geschweige denn die Konzerte im Sommer, da wird man von zig weiteren Livemitschnitten in durchweg fulminanter Klangqualität überrollt. Meine derzeitigen Favoriten:
Links: Ryan Adams auf archive.org, Ryan Adams Archive, Answering Bell (Setlists und Lyrics).
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2. Dezember 2006 von ignorant
Bei Neil Young kenn ich mich in Sachen unautorisierte Liveplatten überhaupt nicht aus. Ich habe also keine Ahnung, ob diese CD dem inneren Fankreis irgendwas neues bringt. Selbst habe ich nur einen in Klanghinsicht schrottigen Live-Sampler aus dem betreffenden Jahr. Everybody Knows This Is Nowhere ist ja eine große Platte mit großen Stücken, und Live Rust höre ich, seitdem sie mir 1980 von einem Bekannten auf Kassette überspielt wurde. Also dachte ich mir: Da wird Crazy Horse anno ‘70 aus den großen Stücken bestimmt noch mehr rausgekitzelt haben.
So bin ich mit einigem Enthusiasmus an die Platte herangegangen. Nach dem ersten Durchhören: In der Tat, welch ein Wumms; nach dem dritten: Was für ein Geholze. Die Band spielt und spielt, ohne Luft zu holen und zu lassen. Wie steht in der Produktbeschreibung bei amazon.de so schön? Das Konzert »inszeniert die epischen Kernstücke der Platte [Everybody Knows This Is Nowhere] – „Down by the River“ und „Cowgirl in the Sand“ – in kongenialen Liveversionen. Die innere Dynamik und Dramatik der Songs, die ja nichts weniger sind als Altäre für gitarrensolistische Opfergaben, ist live nicht so fein austariert wie im Studio, dafür aber noch muskulöser.« Eben. Hier wird reine Kraftmeierei geboten. Nach 5 Minuten ist das langweilig. Young/Witten sind eben nicht Allman/Betts oder Garcia/Weir.
Und bei „Winterlong“ fehlt einfach die Steelgitarre.
Nachtrag: Ich hätte eigentlich auch noch über das alberne E-Piano schimpfen wollen, habe aber keine Stelle gefunden, an der das in obiges hineingepasst hätte.
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22. August 2006 von ignorant
»Nothing Else Matters«, das »Lady in Black« des Klojahrzehnts. Bestimmt.
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21. August 2006 von ignorant
Flatrate und Breitband haben den Vorteil, dass man nicht mehr auf jenes Radio angewiesen ist, das über den Äther kommt, zumeist direkt aus der Hölle.
Was so läuft, während ich am Schreibtisch sitze:
BBC – 6 Music
KEXP
AmericanaRoots.com
Lagato Cafe
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20. August 2006 von ignorant
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14. Juli 2006 von ignorant
Wie das war, dass man sich beeilen wollte, um rechtzeitig auf der Tanzfläche zu sein, weil die Single nur 2:11 dauerte: Dunkel erinnert man sich als älterer Herr.

Sommeralbum, if there ever was one. Und so einen hübschen englischen Akzent hab ich auch lange nicht mehr gehört.
Jetzt aber: hopphopphopp!
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