Grant Lee Buffalo waren für mich (von den Verkaufszahlen abgesehen) die Guns N’ Roses des Country-Rock: ein überspannter, greinender Sänger, der vor einer holzschnittartigen Band agierte. Auf nineteeneighties scheint das Verkniffene, Hysterische in Phillips’ Stimme dankenswerterweise nur selten durch, und es wird im Vergleich geradezu locker musiziert.
Grant-Lee Philips covert die Indie-Disco der 80er (New Order, Joy Division, Bunnymen, Cure, Pixies, Church, Psychedelic Furs, Smiths, Nick Cave, R.E.M.) im Stile der 90er, genauer: von Automatic For the People. Da bekommt »So. Central Rain« sogar den Anfang von »Drive« verpasst. Herbstlich und ironiefrei ist der Vortrag, am Song ausgerichtet: Mal bleibt man recht nah am Original (»Killing Moon«, das in die Nähe der Version auf Life at Brians rückt), was dann nicht so aufregend ist; mal entsteht etwas doch sehr Anderes (wie bei »Age of Consent«). Dank der stilistischen und klanglichen Blaupause ist das Album erstaunlich homogen. Sehr schön, sehr traurig, und zum Glück nie augenzwinkernd, schlaumeiernd oder nostalgisch.